Assisted Hatching

2018-12-07

Das assistierte Schlüpfen ist eine spezialisierte Technik, die im Prozess der In-vitro-Fertilisation (IVF) eingesetzt wird und die Wahrscheinlichkeit der Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut erhöhen soll. Während IVF werden Embryonen im Labor kultiviert und sind zunächst…

Assistiertes Schlüpfen ist eine spezialisierte Technik, die im Prozess der In-vitro-Fertilisation (IVF) eingesetzt wird und die Wahrscheinlichkeit der Einnistung eines Embryos in die Gebärmutterschleimhaut erhöhen soll. Während IVF werden Embryonen unter Laborbedingungen kultiviert und sind zunächst von einer schützenden Schicht umgeben, die als Zona pellucida bezeichnet wird. Diese Schicht spielt in den frühen Entwicklungsphasen eine wichtige Rolle, kann jedoch manchmal verhindern, dass sich der Embryo wirksam in die Gebärmutterwand einnistet – ein notwendiger Schritt für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Das assistierte Schlüpfen wirkt diesem Problem entgegen, indem es das „Schlüpfen“ des Embryos aus dieser Schicht erleichtert.

Der Bedarf an assistiertem Schlüpfen

Diese Technik ist für bestimmte Patientengruppen, die sich einer IVF-Behandlung unterziehen, besonders vorteilhaft. Sie wird häufig älteren Frauen empfohlen, typischerweise Frauen über 37 Jahre, da die Zona pellucida mit zunehmendem Alter tendenziell härter wird, wodurch das natürliche Schlüpfen erschwert wird. Auch Patientinnen mit erhöhten Werten des follikelstimulierenden Hormons (FSH) oder Patientinnen, bei denen mehrere IVF-Zyklen erfolglos waren, können vom assistierten Schlüpfen profitieren. Das Verfahren wird ebenfalls in Betracht gezogen, wenn Embryologen während des IVF-Prozesses Embryonen mit einer auffällig dicken Zona pellucida feststellen, da dies auf mögliche Schwierigkeiten beim Schlüpfen hinweisen kann.

Der Ablauf des assistierten Schlüpfens

Das assistierte Schlüpfen wird unmittelbar vor dem Transfer des Embryos in die Gebärmutter durchgeführt und umfasst die Erzeugung einer kleinen Öffnung in der Zona pellucida. Dies kann durch verschiedene Methoden erreicht werden: einen mechanischen Einschnitt, bei dem eine feine Nadel einen präzisen Schnitt vornimmt; chemische Methoden, bei denen saure Lösungen verwendet werden, um einen Abschnitt der Zona auszudünnen; oder Lasertechnologie, die hohe Präzision und Kontrolle bei der Erzeugung der erforderlichen Öffnung bietet. Dieser Eingriff unterstützt den Embryo dabei, sich aus der Zona pellucida zu befreien, und verbessert theoretisch die Wahrscheinlichkeit, dass er sich in der Gebärmutterwand einnistet. Die Wahl der Methode für das assistierte Schlüpfen hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls und der am IVF-Zentrum verfügbaren Expertise ab.

Vorteile und Überlegungen

Der Hauptvorteil des assistierten Schlüpfens liegt in seinem Potenzial, die Einnistungsraten zu erhöhen, insbesondere bei Patientinnen, die besondere Herausforderungen haben, welche ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft durch IVF verringern. Beispielsweise kann die Technik älteren Frauen oder Frauen mit früheren IVF-Fehlversuchen einen wichtigen Vorteil bieten. Sie gilt auch als hilfreich, wenn Embryonen Anzeichen einer langsamen Entwicklung zeigen oder wenn ein eingefrorener und aufgetauter Embryo eingesetzt werden soll, da das Einfrieren die Zona pellucida manchmal verhärten kann. Das assistierte Schlüpfen ist zwar ein bedeutender Fortschritt in der Reproduktionstechnologie, aber ein differenziertes Verfahren und nicht universell auf alle IVF-Fälle anwendbar. Seine Anwendung wird typischerweise auf Grundlage einer detaillierten Bewertung der reproduktiven Vorgeschichte, des Alters und der spezifischen Herausforderungen der Patientin bei früheren Fruchtbarkeitsbehandlungen empfohlen. Bei korrekter Anwendung kann die Technik ein wertvolles Instrument sein, um die Erfolgsraten von IVF bei ausgewählten Patientinnengruppen zu verbessern.