Embryotransfer: Ablauf, Erfolgsaussichten und wichtige Tipps

2018-12-07

Der Embryotransfer ist der finale und entscheidende Schritt einer IVF-Behandlung. Erfahren Sie alles über den Ablauf, den Unterschied zwischen Frisch- und Kryotransfer sowie die Faktoren, die eine erfolgreiche Einnistung begünstigen.

Der Embryotransfer ist der entscheidende letzte Schritt im Prozess der In-vitro-Fertilisation (IVF) und markiert den Moment, in dem die Hoffnung auf eine Schwangerschaft zur Realität wird. Bei diesem Verfahren werden ein oder mehrere sorgfältig ausgewählte Embryonen in die Gebärmutter der Frau übertragen, in der Hoffnung, dass sie sich einnisten und zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führen.

Der Ablauf des Embryotransfers

Der Embryotransfer ist ein unkomplizierter und schmerzloser Eingriff, der in der Regel ohne Anästhesie durchgeführt wird. Er findet meist drei bis fünf Tage nach der Eizellentnahme statt, abhängig vom Entwicklungsstadium der Embryonen (beispielsweise im Blastozystenstadium am 5. Tag).

Hier sind die wichtigsten Schritte:

  1. Vorbereitung: Die Patientin liegt in einer ähnlichen Position wie bei einer gynäkologischen Untersuchung. Ein Katheter – ein dünner, flexibler Schlauch – wird unter Ultraschallkontrolle vorsichtig durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt.
  2. Transfer: Die Embryologen ziehen die ausgewählten Embryonen in den Katheter auf. Der Arzt platziert die Embryonen dann präzise an der optimalen Stelle in der Gebärmutterhöhle.
  3. Nachkontrolle: Nachdem der Katheter entfernt wurde, wird er unter dem Mikroskop überprüft, um sicherzustellen, dass alle Embryonen erfolgreich übertragen wurden.

Frischer vs. Gefrorener Embryotransfer (FET)

Es gibt zwei Hauptarten des Transfers:

  • Frischtransfer: Die Embryonen werden im selben Zyklus übertragen, in dem auch die Eizellentnahme stattfand.
  • Gefrorener Embryotransfer (FET): Zuvor eingefrorene (kryokonservierte) Embryonen werden aufgetaut und in einem späteren Zyklus übertragen. FET ermöglicht es dem Körper der Frau, sich von der hormonellen Stimulation zu erholen, was in vielen Fällen die Einnistungsraten verbessern kann.

Ein oder mehrere Embryonen?

Die Entscheidung über die Anzahl der zu übertragenden Embryonen ist von großer Bedeutung. Während die Übertragung von zwei oder mehr Embryonen die Chance auf eine Schwangerschaft leicht erhöhen kann, steigt damit auch das Risiko für Mehrlingsgeburten (Zwillinge oder Drillinge), was zusätzliche gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind bedeuten kann. Heutzutage wird häufig der Single Embryo Transfer (SET) empfohlen, insbesondere wenn qualitativ hochwertige Blastozysten zur Verfügung stehen.

Faktoren für einen erfolgreichen Transfer

Der Erfolg eines Embryotransfers hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Embryonenqualität: Das Alter der Frau und die genetische Gesundheit der Embryonen (ggf. durch PGT-A geprüft) spielen eine zentrale Rolle.
  • Schleimhaut der Gebärmutter (Endometrium): Die Gebärmutterschleimhaut muss die richtige Dicke und Rezeptivität aufweisen, um eine Einnistung zu ermöglichen.
  • Technik des Arztes: Ein erfahrener Arzt und ein hochmodernes Labor sind essenziell für einen reibungslosen Ablauf.

Nach dem Transfer: Die Wartezeit

Nach dem Eingriff können die Patientinnen direkt nach Hause gehen. Es wird empfohlen, sich am Tag des Transfers zu schonen, jedoch ist absolute Bettruhe meist nicht erforderlich. Die kommenden 10 bis 14 Tage bis zum Schwangerschaftstest werden oft als die „Zwei-Wochen-Wartezeit“ bezeichnet.

Was passiert bei Einnistungsversagen?

Wenn ein Transfer nicht zu einer Schwangerschaft führt, analysiert das Ärzteteam alle Faktoren. Anpassungen im Protokoll, zusätzliche Tests wie der ERA-Test (Endometrial Receptivity Array) oder die Nutzung von gefrorenen Embryonen für einen darauffolgenden Versuch können neue Chancen eröffnen.