PESA

2024-01-15

PESA (perkutane Nebenhoden-Spermienaspiration) ist eine minimalinvasive Technik zur Gewinnung von Spermien bei obstruktiver Azoospermie und ermöglicht männlichen Patienten mit Unfruchtbarkeit eine schnelle Genesung.

Die perkutane Nebenhoden-Spermienaspiration (PESA) ist ein minimalinvasiver Eingriff aus dem Bereich der Reproduktionsmedizin zur Behandlung bestimmter Formen der männlichen Unfruchtbarkeit. Diese Technik ist besonders für Männer mit obstruktiver Azoospermie von Vorteil, einer Erkrankung, bei der in den Hoden Spermien produziert werden, diese aber aufgrund einer Blockade im Fortpflanzungstrakt nicht im Ejakulat vorhanden sind.

Überblick über PESA:

Bei PESA werden Spermien direkt aus dem Nebenhoden gewonnen, dem gewundenen Schlauch an der Rückseite des Hodens, der Spermien speichert und transportiert. Der Eingriff unterscheidet sich von invasiveren chirurgischen Methoden der Spermiengewinnung dadurch, dass kein Schnitt erforderlich ist. Stattdessen wird eine feine Nadel verwendet, um Spermien abzusaugen.

Details zum Eingriff:

PESA wird häufig in einer Klinik unter örtlicher Betäubung durchgeführt, wodurch der Eingriff relativ schnell und schmerzlos ist. Der Arzt tastet den Nebenhoden ab und führt eine feine, an eine Spritze angeschlossene Nadel in ihn ein. Durch vorsichtiges Ansaugen wird Nebenhodenflüssigkeit gewonnen, die anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird, um lebensfähige Spermien zu identifizieren und zu gewinnen.

Anwendungen in der assistierten Reproduktion:

Die durch PESA gewonnenen Spermien können sofort bei assistierten Reproduktionstechniken (ART) wie der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) verwendet werden. Falls mehr Spermien gewonnen werden als benötigt, können sie für eine spätere Verwendung eingefroren werden.

Vorteile von PESA:

Der wichtigste Vorteil von PESA ist, dass es sich nicht um einen chirurgischen Eingriff handelt, wodurch es im Vergleich zu chirurgischen Optionen weniger invasiv und weniger schmerzhaft ist und nur eine minimale Genesungszeit erfordert. Diese Methode eignet sich für Männer mit Verschlüssen des Samenleiters oder Nebenhodens, einschließlich Männern, die sich einer Vasektomie unterzogen haben. PESA ist außerdem kostengünstig und kann bei Bedarf wiederholt werden.

Risiken und Überlegungen:

Obwohl PESA im Allgemeinen sicher ist, gehören zu den möglichen Risiken Schmerzen, Schwellungen oder eine Infektion an der Einstichstelle. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass keine lebensfähigen Spermien gewonnen werden, sodass wiederholte Eingriffe oder alternative Methoden der Spermiengewinnung erforderlich sein können. Fazit: PESA ist eine wertvolle Technik zur Spermiengewinnung bei obstruktiver Azoospermie und bietet eine weniger invasive Alternative zu chirurgischen Methoden. Die Einfachheit, Wirksamkeit und minimale Genesungszeit machen sie zu einer attraktiven Option für viele Paare mit männlicher Unfruchtbarkeit. Wie bei jedem medizinischen Eingriff ist es wichtig, dass Betroffene die möglichen Risiken und Vorteile mit ihrem medizinischen Ansprechpartner besprechen, um den besten Ansatz für ihre individuelle Situation sicherzustellen.