Kurzantwort: Eine genetische Präimplantationsdiagnostik kann in ausgewählten Fällen die Ergebnisse von IVF unterstützen, indem sie dem medizinischen Team hilft, Embryonen vor dem Transfer zu beurteilen. Sie ist jedoch keine Garantie für eine Schwangerschaft und nicht für jede Patientin bzw. jeden Patienten erforderlich. Der Nutzen von PGT hängt von Alter, Embryoanzahl, früheren Fehlgeburten, einem bekannten genetischen Risiko, Spermienfaktoren und dem Behandlungsgrund ab.
Patientinnen und Patienten fragen häufig nach PGT, weil sie die Unsicherheit verringern möchten. Das ist verständlich, insbesondere nach erfolglosen IVF-Zyklen oder einem Schwangerschaftsverlust. Am sichersten ist es, zu unterscheiden, was der Test zeigen kann und was nicht. PGT kann genetische Informationen über Embryonen liefern, die ein für eine Biopsie geeignetes Stadium erreichen. Er kann die Einnistung eines Embryos nicht bewirken, die Eizellqualität nicht korrigieren und nicht jedes Schwangerschaftsrisiko beseitigen.
Was PGT in IVF bedeutet
PGT wird während eines IVF-Zyklus durchgeführt, nachdem Eizellen entnommen und befruchtet wurden und Embryonen im Labor kultiviert wurden. Wenn ein Embryo das Blastozystenstadium erreicht, kann eine kleine Anzahl von Zellen aus der äußeren Zellschicht biopsiert werden. Der Embryo wird üblicherweise eingefroren, während das Labor die Probe analysiert.
Das Ergebnis hilft der Ärztin oder dem Arzt und dem embryologischen Team zu entscheiden, welcher Embryo für den Transfer am geeignetsten sein könnte. Diese Entscheidung muss weiterhin unter Berücksichtigung der Morphologie, des Entwicklungszeitpunkts, des Alters der Patientin bzw. des Patienten, der Vorbereitung der Gebärmutter, der Vorgeschichte in Bezug auf die Spermien und der medizinischen Unterlagen des Paares überprüft werden.
PGT-A und PGT-M sind unterschiedlich
PGT-A sucht nach Problemen mit der Chromosomenzahl, auch Aneuploidie genannt. Es kann bei höherem mütterlichem Alter, wiederholten Fehlgeburten, wiederholtem Einnistungsversagen oder einer Vorgeschichte besprochen werden, die auf einen hohen Anteil auffälliger Embryonen hindeutet.
PGT-M ist etwas anderes. Es wird eingesetzt, wenn in der Familie eine bekannte monogene Erkrankung vorliegt und das Paar eine gezielte genetische Untersuchung benötigt. Dies erfordert eine sorgfältige Vorbereitung vor dem IVF-Zyklus, da das Labor die richtigen Informationen benötigt, bevor Embryonen erzeugt werden.
Wie PGT die Entscheidungsfindung verbessern kann
Der Hauptvorteil ist eine klarere Auswahl. Wenn mehrere Embryonen verfügbar sind, kann PGT dabei helfen, den Transfer eines Embryos mit einem Chromosomenergebnis zu vermeiden, das wahrscheinlich nicht zu einer fortbestehenden Schwangerschaft führen würde. Dies kann in manchen Fällen die Anzahl erforderlicher Transfers verringern und möglicherweise die emotionale Belastung durch wiederholt negative Tests reduzieren.
PGT kann Patientinnen und Patienten auch dabei helfen, den Zeitpunkt eines Transfers eingefrorener Embryonen realistischer zu planen. Statt Embryonen nur nach ihrem Aussehen zu beurteilen, kann das Team die Morphologie mit genetischen Informationen kombinieren. Das macht das Ergebnis nicht perfekt, bietet der Beratung jedoch eine fundiertere Evidenzbasis.
Wichtige Grenzen, die Patientinnen und Patienten kennen sollten
PGT ist nur dann sinnvoll, wenn Embryonen ein Stadium erreichen, in dem eine Biopsie möglich ist. Wenn sich nur sehr wenige Embryonen entwickeln, kann die Entscheidung komplexer werden. Einige Patientinnen und Patienten könnten von einem Transfer ohne Untersuchung profitieren, während andere vor dem Transfer weiterhin genetische Informationen bevorzugen. Deshalb ist eine pauschale Antwort nicht hilfreich.
Die Untersuchung ersetzt auch nicht die Beurteilung der Gebärmutter, die Untersuchung der Spermien, die Qualität der Embryokultur oder eine gute Transferplanung. Ein genetisch geeigneter Embryo kann dennoch an der Einnistung scheitern, und ein auffälliges Ergebnis kann emotional belastend sein, wenn nur wenige Embryonen verfügbar sind.
Rechtliche und ethische Grenzen in der Türkei
Genetische Untersuchungen sollten im klinischen und rechtlichen Rahmen der Behandlung in der Türkei besprochen werden. Medizinische Indikationen, das Risiko vererbbarer Erkrankungen, die Lebensfähigkeit von Embryonen und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sollten von freiwilligen Wünschen getrennt betrachtet werden. Patientinnen und Patienten sollten die Klinik fragen, welche Untersuchungen zulässig sind, welches Ergebnis den Behandlungsplan ändern würde und ob die Indikation auf ihren Fall zutrifft.
Fragen, die Sie vor der Wahl von PGT stellen sollten
- Basiert die Empfehlung auf meinem Alter, meiner Fehlgeburtsvorgeschichte, meiner Familiengeschichte oder früheren IVF-Ergebnissen?
- Wie viele Embryonen werden voraussichtlich das Blastozystenstadium erreichen?
- Würde die Untersuchung ändern, welcher Embryo zuerst übertragen wird?
- Was geschieht, wenn kein Embryo ein übertragbares Ergebnis erhält?
- Handelt es sich um PGT-A, PGT-M oder eine andere genetische Untersuchung?