IVF und Zwillinge: Wahrscheinlichkeit, Risiken und sicherere Entscheidungen

2024-11-27

IVF kann die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen erhöhen, wenn mehr als ein Embryo übertragen wird, aber eine Zwillingsschwangerschaft ist für die meisten Patientinnen und Patienten nicht das sicherste Ziel. Ein guter Plan bringt die Erfolgsaussichten mit der Sicherheit der Mutter und des Babys in Einklang.

Kurzantwort: IVF kann die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen erhöhen, wenn mehr als ein Embryo übertragen wird; eine Zwillingsschwangerschaft sollte jedoch nicht als bevorzugtes Ergebnis betrachtet werden. Der sicherste IVF-Plan zielt in der Regel darauf ab, jeweils ein gesundes Baby zu bekommen, wobei Alter, Embryoqualität, bisherige Behandlung und das medizinische Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft abgewogen werden.

Viele Patientinnen und Patienten fragen nach Zwillingen, weil sie hoffen, ihre Familie schneller zu vervollständigen oder einen weiteren Zyklus zu vermeiden. Diese Frage verdient eine sorgfältige Antwort. Eine Zwillingsschwangerschaft kann Freude bereiten, birgt aber auch höhere Risiken für die Mutter und die Babys. Die Entscheidung über die Anzahl der Embryonen sollte gemeinsam mit einer Kinderwunsch­spezialistin oder einem Kinderwunsch­spezialisten getroffen werden und nicht auf einer plakativ dargestellten Erfolgsrate beruhen.

Warum IVF die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen erhöhen kann

Eine natürliche Zwillingsschwangerschaft entsteht, wenn zwei Eizellen ovuliert und befruchtet werden oder wenn sich ein Embryo teilt. Bei IVF kann die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge steigen, wenn in demselben Zyklus zwei Embryonen übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit hängt außerdem vom Alter, dem Entwicklungsstadium der Embryonen, der Embryoqualität, früheren Übertragungen und davon ab, ob die Embryonen frisch oder eingefroren waren.

Wenn ein Embryo übertragen wird, sind Zwillinge weiterhin möglich, falls sich dieser Embryo teilt, aber die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer. Wenn zwei Embryonen übertragen werden, wird die Möglichkeit, dass sich beide einnisten, zu einem zentralen Bestandteil der Beratung.

Warum Zwillinge medizinisch mit höheren Risiken verbunden sind

Zwillingsschwangerschaften weisen höhere Raten an Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht, Aufenthalten auf der neonatologischen Intensivstation, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Anämie, Kaiserschnittentbindungen und Komplikationen bei der Überwachung der Schwangerschaft auf. Diese Risiken bedeuten nicht, dass Zwillinge keine guten Ergebnisse haben können, aber sie bedeuten, dass die Entscheidung nicht nur aufgrund von Bequemlichkeit oder Kosten getroffen werden sollte.

Für internationale Patientinnen und Patienten umfasst die Risiko­planung auch den Zeitpunkt der Reise, die Nachsorge vor Ort, frühe Schwangerschaftsuntersuchungen, den Zugang zu Notfallversorgung sowie die Kommunikation zwischen der Klinik im Ausland und der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt zu Hause.

Übertragung eines einzelnen Embryos und sicherere Planung

Die Übertragung eines einzelnen Embryos kann empfohlen werden, wenn eine Patientin einen Embryo guter Qualität, eine günstige Prognose oder einen medizinischen Grund hat, eine Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden. Dieser Ansatz kann das Zwillingsrisiko senken und in ausgewählten Fällen gleichzeitig eine realistische Schwangerschaftswahrscheinlichkeit erhalten.

Die Übertragung von zwei Embryonen kann in manchen Fällen weiterhin besprochen werden, insbesondere wenn die Prognose ungünstiger ist, nur wenige Embryonen vorhanden sind oder frühere Zyklen erfolglos waren. Wichtig ist, dass die Entscheidung individuell getroffen werden sollte. Einer jüngeren Patientin mit starken Embryonen und einer Patientin mit wiederholt fehlgeschlagenen Übertragungen sollte nicht automatisch dieselbe Empfehlung gegeben werden.

Können Patientinnen und Patienten über IVF Zwillinge wählen?

Patientinnen und Patienten können nach der Wahrscheinlichkeit von Zwillingen fragen, aber eine verantwortungsvolle Beratung zu IVF sollte keine Zwillinge versprechen oder eine Mehrlingsschwangerschaft als einfache Präferenz darstellen. Die Ärztin oder der Arzt sollte den Vorteil, das Risiko und die Alternative einer Übertragung von einem Embryo gegenüber zwei Embryonen erklären.

Wenn es bei der Frage eigentlich um Zeit, Kosten oder emotionale Erschöpfung geht, sollte dies während des Beratungsgesprächs klar gesagt werden. Das Team kann dann über das Einfrieren von Embryonen, die Reihenfolge der Übertragungen, realistische Erfolgserwartungen und die Planung der Nachsorge sprechen, anstatt sich nur auf eine Zwillingsschwangerschaft zu konzentrieren.

Was Sie mit Ihrer Klinik besprechen sollten

  • Ihr Alter und die Ergebnisse der Untersuchung der ovariellen Reserve.
  • Embryonalstadium, Bewertung und die Frage, ob eine genetische Untersuchung durchgeführt wurde.
  • Frühere IVF, Fehlgeburten oder eine Vorgeschichte fehlgeschlagener Übertragungen.
  • Medizinische Erkrankungen, durch die eine Zwillingsschwangerschaft riskanter wäre.
  • Wie die Schwangerschaftskontrollen nach der Rückkehr nach Hause durchgeführt werden.

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